201409.14
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Vermögensanlage in schwierigen Zeiten

Vermögenserhalt und Vermögensmehrung erfordern heute ein Umdenken durch verstärkte Investitionen in Sachwerte wie bspw. Immobilien und Aktien. Um die notwendige Diversifizierung zu erreichen und ein Klumpenrisiko zu vermeiden, ist für die Mehrzahl der Anleger neben Direktinvestments die Anlage in Fonds zielführend. Den Nachteil der eingeschränkten Liquidität von Sachwerten gleichen beigefügte festverzinsliche Wertpapiere und Geldmarktanlagen aus, die ihre bisherige dominierende Stellung als Kerninvestments verlieren.

Diese notwendige Neuausrichtung der Vermögensanlagen ist zurückzuführen auf die unerwartete Finanzkrise 2008 mit der folgenden Wirtschaftskrise und der sich anschließenden Staatsschuldenkrise. Die sog. „Euro-Krise“ ist im Kern eine Staatsschuldenkrise.

Die Weltwirtschaft und das internationale Finanzsystem sind anfälliger, als es auf den ersten Blick scheint und der Öffentlichkeit Glauben gemacht wird. Um die Weltwirtschaft und die Groß-Banken 2008 vor einem Kollaps bzw. einer Systemkrise zu retten, wurden die Kapitalmärkte von den Notenbanken mit Liquidität geflutet und die Staaten legten schuldenbasierte Konjunkturprogramme auf mit der Folge stark steigender Staatsverschuldung. In Deutschland stieg seit 2008 die Staatsverschuldung um 10 % der Wirtschaftsleistung auf rund 80 %. Viele Staaten überschritten dabei ihre Schuldentragfähigkeit und mussten innerhalb der Euro-Zone von dritter Seite mit Rettungsschirmen gestützt werden, die wiederum die Eventualverbindlichkeiten der unterstützenden Staaten gravierend erhöhten.

Der Staat benötigt zur Erfüllung seiner Aufgaben, insbesondere der sozialen, solide Staatsfinanzen samt einer tragbaren Staatsverschuldung. Der Maastricht-Vertrag geht dabei von einer maximalen Schuldenquote von 60 % der Jahreswirtschaftsleistung aus. Die gebotene Entschuldung der Staaten ist über ein hohes und dauerhaftes Wirtschaftswachstum möglich. Die Vergangenheit zeigt aber, dass die notwendige Entschuldung der Staaten primär durch einen Schuldenschnitt (Forderungsverlust der Gläubiger wie aktuell im Falle Griechenlands und Zypern) oder durch Inflation erreicht wurde.

In Europa beträgt die Inflation aktuell rund 1,5 %, was für sich nicht besorgniserregend und niedriger ist, als von der EZB gewünscht. Gleichwohl erlebt der Sparer schon heute eine heimliche Entwertung seines Vermögens durch eine negative Realrendite. Zehnjährige Staatsanleihen bester Bonität wie deutsche werden mit rund 1,0 % verzinst. Fürs Sparbuch gibt es 0,4 % Verzinsung. Der Sparer erzielt mit Staatsanleihen nach Steuern und Inflation eine negative Verzinsung von rund 0,75 % p.a. Beim Sparbuch sind es sogar – 1,2 %. Der Sparer entspart sich demnach. Und: diese heimliche Enteignung des Sparers mittels negativer Realrendite ist gewollt zwecks Entschuldung der Staaten; Fachleute sprechen von „finanzieller Repression“.

Anlass genug, um über eine Neuausrichtung der eigenen Vermögensstrategie in diesen schwierigen Zeiten nachzudenken und der „finanziellen Repression“ erfolgreich zu begegnen.